Schwimmbadgeschichten, 7. Kapitel:

Ich habe nur ein einziges Mal erlebt, dass eine Person im Schwimmbad Hausverbot bekommen hat. An dem Tag war es besonders dunkel, es war windig und man hörte im Wasser die Dachabdeckung draußen klappern. Der Grund war keine Belästigung oder irgendein Fehlverhalten den anderen Schwimmenden gegenüber, sondern eine unterschiedliche Auffassung darüber, wie man Kindern schwimmen beibringt gepaart mit Kommunikationsschwierigkeiten bedingt durch Bilingualität: Das Hausverbot wurde einem englischsprachigen Vater erteilt, der seinen Söhnen Schwimmunterricht erteilt hat. Aufgefallen ist mir der Mann, weil er mit seinen Kindern in perfektem Liverpool-Englisch gesprochen hat und die Kinder, zwei Söhne, ihm immer auf Deutsch geantwortet habe, wozu er sie immer aufgefordert hat: „Say it in German!“ Der Vater sah jünger aus als ich und ich war zuerst davon ausgegangen, dass er der Trainer der beiden war, weil er sich so distanziert den beiden gegenüber verhielt, so emotionslos, ohne Zärtlichkeit, ohne Freude. Erst als sie rausgeworfen wurden, sagte der Ältere der beiden Jungs: „Komm Papa, wir gehen.“

Der eine Sohn war zwischen 7 und 10 und der andere so klein, dass ich mich wunderte, dass er überhaupt schon ohne Schwimmhilfe schwimmen konnte. Sein Vater, der Drill Instructor, kam mit den beiden aus der Umkleidekabine, den Kleinen an der Hand, der Große setzte sich unvermittelt seine Taucherbrille auf und ging entschlossen zur Treppe und ins Wasser. Mit dem Kleinen stellte sich der Vater unter die eiskalte Dusche, die sich in der Schwimmhalle befindet. Das ist eigentlich keine richtige Dusche, sondern nur ein fest installierter Duschkopf, aus dem – warum auch immer – eiskaltes Wasser strömt. Folter, wenn du nicht vorher in der Sauna warst. Wie wenn man aus dem Paradies geworfen wird. Wie wenn tausende kleine spitze Nadeln deinen gesamten Körper punktieren. Wie wenn du von einem Presslufthammer geweckt wirst und sofort kalt duschen musst. Wie wenn dir Shampoo ins Auge läuft. Ungefähr so musste der kleine Kerl die Eisdusche empfunden haben: Kreischend versuchte er, unmittelbar nachdem die ersten Wasserstrahlen seinen kleinen zierlichen Körper berührt hatte, sich aus der Reichweite des Wassers zu retten. Sein Vater hielt ihn fest. Dafür erntete er den ersten Neutralität vorheuchelnden Blick der Bademeisterin, der viel sagte.  Denn, man kann nicht nicht kommunizieren: Wenn Bademeister einem direkt in die Augen schauen, schauen sie einem nie einfach nur in die Augen, sondern sprechen mit dir. Und zwar monierend: „Nanana!“ Das ist wie ein nonverbales Mahnverfahren. Der zweite Blick enthält eine hochgezogene Augenbraue, die bedeutet so viel wie „Nanana und nochmal nanana, jetzt ist es aber gleich gut!“. Beim dritten direkten Blickkontakt wird der Kopf geschüttelt, das bedeutet „Stopp.“. Je nach Fehlverhalten, wird auch die direkte Ansprache gewählt, sanft, aber bestimmt „Das geht hier nicht.“ oder leise „Hier nicht.“ oder „Besser nicht.“. Verstößt man gegen keine Regel, wird man niemals die Augefarbe der Bademeister erkennen können oder mit den Bademeistern ins Gespräch kommen – geschweige denn eines Blickes gewürdigt – das Maskulinum hier dient übrigens ausschließlich der besseren Lesbarkeit, Mann und Frau wechseln sich ab und die Bademeisterin ist auch die Meisterin des nonverbalen Mahnverfahrens, sie hat die Lage immer im Blick und im Griff –, außer, man benötigt Wechselgeld für ein 1€ Stück oder muss sich eine Taucherbrille ausleihen – das sind meine zwei Kommunikationsvarianten.

Die Bademeisterin kommunizierte also „Nanana!“ und der Drill Instructor bugsierte seinen zitternden kleinen Sohn Richtung Treppe. Kurz vorher schrie der Kleine noch: „Ich will aber gar nicht!“ Für mich begann da aber eine Bahn in die andere Richtung, so dass ich nicht sehen konnte, wie er diesen babyhaften Jungen ins Becken bekam, aber als ich wendete und mich vom Beckenrand abstieß, sah ich die Beine des kleinen Kerls unter Wasser zappeln. Wie ein kleiner Hund, der mit all seiner Kraft versuchte, den Kopf über Wasser zu halten, bewegte er sich im Wasser. Das 25×10 Meter Becken musste für diesen Kleinen, der vielleicht gerade mal einen Meter groß war, so groß wie der Gardasse gewesen sein. Die Wasserbewegungen, die durch die anderen Schwimmenden entstanden, mussten ihm wie Riesenwellen, tsunamihaft vorgekommen sein. Jedes, ihm entgegenkommende bewegte Wasser, drohte, über seinen Kopf zu schwappen, ihn unterzutauchen, zu ertränken. Wie Idefix in „Sieg über Caesar“ als er den Zaubertrank aus der Kanalisation rettet. Sein Gesichtsausdruck war verzerrt von Panik, aber gezeichnet von einem unbedingten Überlebenswillen und von einem Ausdruck, den ich nicht richtig deuten konnte, den ich aber als abgrundtiefe Abneigung gegen den Menschen, der ihm das angetan hatte, interpretierte. Sprühende Wut. Funkelnder Hass. Der Kleine tat mir unglaublich leid und die zukünftige Mama in mir wollte sich sofort die kleinen Ärmchen um den Hals legen, ihn sich auf dem Rücken ans sichere Festland schwimmen und ihn in einem flauschigen Bademantel trockenrubbeln. Ich fragte mich, ob jetzt der Zeitpunkt gekommen wäre, dem Kleinen einfach zur Seite zu springen, zu dem Vater zu schwimmen und zu fragen, ob er eigentlich noch alle Tassen im Schrank hätte. Partei ergreifen und sich offen auf die Seite des unschuldigen Kindes schlagen. Das wäre mal ein couragierter Schwimmbadaufenthalt gewesen und eine Wiedergutmachung der Querschwimmerin gegenüber, die ich bisher auch nie verteidigt hatte. Aber Jeanne d’Arc blieb in mir und stumm. Der Drill Instructor hingegen packte in aller Seelenruhe am Beckenrand diverse elektronische Geräte aus, die ich nicht alle sehen konnte. Das eine war eine Art Time Timer, also eine Stoppuhr, die wie eine Eieruhr daher kam, nicht so eine, wie sie an jeder Wand eines Schwimmbads hängt, sondern eine Digitaluhr, aber auch keine Rundenuhr, die hatte er auch dabei, das andere waren verschiedene Taucherbrillen und Paddles. Er winkte und pfiff – ich wollte seit ich als Kind Pippi Langstrumpf gesehen habe, unbedingt lernen, wie man durch zwei Finger pfeift, kann es aber bis heute nicht – die Jungs zu sich und der eine Sohn mit Taucherbrille war sofort bei ihm. Nur der Kleine, der gerade eine halbe Bahn in die eine Richtung geschafft hatte, brauchte eine halbe Ewigkeit. Als er endlich bei seinem Vater angekommen war, hatte er von vor Anstrengung knallrote Backen und schnaufte heftig immer noch vor Wut sprühend. Der Vater gab ihnen irgendwelche Instruktionen, die ich nicht verstand und der ältere Junge begann, auf dem Rücken zu schwimmen. Der Kleine aber, zappelte zu der Treppe und hielt sich am Geländer fest. Der Vater schüttelte den Kopf: „Denk daran, was wir haben besprochen.“ Er sagte das mit einem sehr britischen Akzent, so dass er das „r“ britisch rollte, das „w“ stark betonte und „bes-procken“ sagte. Der Kleine schimpfte nun schon weinerlich: „Ich kann aber nicht mehr.“ Schwamm dann aber doch wieder zu ihm. Dabei kämpfte er sichtlich gegen das Ertrinken an. Der Drill Instructor stieß sich vom Beckenrand ab und nahm eines der Geräte, die ich nicht kannte. Ich sah, wie die Bademeisterin ihren sicheren Sitzplatz im Bademeisterkabuff verließ und näher trat. Oha. Mich erstaunte, mit welcher Seelenruhe der Vater auf diese Geräte blickte, ohne einmal aufzuschauen und zu sehen, ob sein kleiner Schützling noch über Wasser war. Der auf dem Rücken schwimmende ältere Junge war auch wieder da und der Drill Instructor rief: „Okay, come on boys! Auf geht’s, Jungs! Auf drei schwimmt ihr so schnell ihr könnt viermal hin und her zum Werden warm, okay! Let’s go! One two three an go go go go! Schneller, come on, you can do it! Fast! Schneller, more Power, mehr Power, streck die Arme, weit, weiter, weiter, Colin, come on! What’s going on with you?  Schneller schneller los los!“ Der ältere, Colin, gab sich äußerst bemüht, strengte sich an und konnte seinem Vater doch nicht genügen. Der Drill Instructor im Papa stieß sich mit einem Gerät in einer Hand und einer Stoppuhr um den Hals vom Rand ab, schwamm neben den Jungen und brüllte: „Gogogo, ihr lahmen Ente! Schwimmt!“ Ich bildete mir ein, dass dem Kleineren der beiden Jungs schon die Tränen herunter liefen. Mein Tipp war, dass das keine Tränen der Traurigkeit waren, sondern der Wut. Ich konnte das gut verstehen, denn ich hasse nichts mehr als autoritär daher kommende Menschen, die mich anschreien. Einmal in meinem Leben habe ich mich von einem Trainer anbrüllen lassen und dann nie wieder. Arbeitsbedingt muss ich bei einem Drachenboottraining mitmachen. Drachenbootfahren auf deutschen Flüssen halte ich an und für sich schon für das Bescheuertste, das es mitunter gibt, und dann auch noch eine Trainingseinheit, völliger Mumpitz. Der Sage nach soll das Drachenbootfahren in Teilen des alten Chinas dazu gedient haben, die bösen Seeungeheuer durch das Stechen der Paddel ins Wasser zu vertreiben. Geblieben ist eine sportliche Disziplin, bei der ich als Teilnehmende genau das Gleiche tun muss, was die Person tut, die vor mir sitzt. Das heißt das Gelingen dieses Sports ist von meiner Angepasstheit an den Vordermenschen abhängig. Dafür bin ich nicht geschaffen. Das Ergebnis wird dadurch verbessert, dass man für teures Geld einen Trainer einstellt, der vorne auf dem Boot steht, dem circa 20-köpfigen Team zugewandt, auf einem Boot, das gefühlt nur einen Meter breit ist, und 20 Leute anbrüllt. Von der Drachenboottrainerin habe ich gelernt, dass man selbst wenn man 20 Leute gleichzeitig anbrüllt, das Brüllen so lenken und betonen kann, dass die Person, die etwas besonders schlecht macht, sofort angesprochen ist. Das war auf dem Boot immer ich. Und das ist für die Gruppendynamik echt schlecht; entscheidend für den Erfolg eines Drachenbootteams ist nicht allein die Muskelkraft der Paddler, sondern Rhythmus und Harmonie in der Zusammenarbeit. Wenn einer Mist baut, haben alle verloren. Außerdem habe ich gelernt, dass es einen Unterschied zwischen Brüllen und Brüllen gibt. Wenn du glaubst, richtig zu brüllen, bist du noch lange davon entfernt richtig zu brüllen. Brüllen geht nur, wenn das Feeling stimmt. Dann kommt ein Urschrei aus dir heraus, denn du mit Inhalt füllen musst. Bei wem das Feeling beim Brüllen von Drachenbootkommandos stimmt, bei dem stimmt meiner Ansicht nach etwas nicht. Nicht nur, dass das Startkommando „Are you ready – attention – go” sehr laut gebrüllt und sehr Deutsch betont „Ar ju rehdi attenschen goh!“ werden muss, die Instruktionen, die nun folgen werden immer schärfer und uriger aus der Kehle der Trainerin herausgeschleudert. Alles im Sinne des Erfolgs des Drachenbootteams, das beim Training immer allein auf der Ruhr ist. Weit und breit nur Schwäne, Enten und alles vollkotende Kanadagänse, die sich ihren Teil denken werden. Es kann übrigens im Winter passieren, dass das Südbad wegen eines Indoor-Drachenboot-Cups geschlossen ist. Das könnte ich dann brüllen. Spätestens seitdem habe ich erkannt, dass ich ein Autoritätsproblem habe. Vielleicht war ich deswegen diesem kleinen Kerl gegenüber so empathisch. Die Bademeisterin trat nun an den Beckenrand. Oha, Oha. Endlich. Sie fixierte den Vater mit ihren Augen und machte eine Handbewegung, die sagte: Bitte kommen Sie mal her zu mir. Oh oh. Ich konnte ihr Gespräch nicht verstehen, konnte aber beim Auftauchen sehen, dass sie immer wieder auf das Gerät in der Hand zeigte und den Kopf schüttelte. Drei bis vier Züge später hatte der Vater das Gerät auf den Beckenrand gelegt und drehte sich wieder zu seinen Schützlingen. Die Bademeisterin entfernte sich vom Geschehen, ging aber nicht zurück ins Kabuff, sondern drehte eine langsame Runde um das Schwimmerbecken. Das machen Bademeister nur, wenn ihnen so langweilig ist, dass sie sich vom Einschlafen abhalten müssen, oder wenn Gefahr in Verzug ist. Ich tippte an diesem Tag auf Zweiteres. In dieser ganzen Zeit war der Kleinere der boys auch schon halb ertrunken. Der hatte aber offenbar überhaupt kein Interesse daran, seinem Papa zu gefallen, schwamm zu der rettenden Treppe und klettere flink wie ein Wiesel aus dem Becken.  Er drehte sich auch dann nicht um als sein Vater „Hey!“ brüllte. Zu mehr Inhalt hatte es ihm wohl zu sehr die Sprache verschlagen. Der Kleine legte sich bäuchlings auf die Wärmebank und drehte sein Gesicht weg vom Becken. Ich musste laut lachen. Mutig, dieses Kerlchen! Erst da fiel mir auf, dass der Vater offenbar keine Handtücher für seine Sohne mitgebracht hatte, was stimmte bloß mit dem nicht? Der Vater ignorierte von da an den kleinen Jungen und trainierte weiter mit seinem älteren Sohn, der wirklich nicht konnte, was sein Vater von ihm verlangte. Mit unterschiedlichen Gerätschaften wurde er ausgestattet, unterschiedliche Instruktionen wurden ihm erteilte und nichts klappte richtig gut. Der Junge wirkte enttäuscht, der Vater wurde langsam etwas röter im Gesicht. Als die Bademeisterin ihn noch einmal zu sich winkte und ihm etwas erklärte, die Bruchstücke, die ich aufschnappte, fügte ich zu den Theorie zusammen, dass sie ihn auf die Schwimmkurse verwies und er die Jungs doch besser von Externen unterrichten lassen solle. Ich vermute, sie sagte ihm, dass Schwimmunterricht durch Männer, die nicht zum Personal des Südbads gehörten verboten waren, er ihr aber erklärte, dass er ja der Papa sei. Das könnte erklären, warum sie unverrichteter Dinge nun doch in ihr Kabuff zurückstampfte und sichtbar wütend über die Arroganz des Mannes ihrem Ärger bei ihrem Kollegen Luft verschaffte. Manchmal halten sich die Bademeister wie Profi-Fußball-Trainer eine Hand vor den Mund, damit kein Schwimmbadbesucher ihnen von den Lippen ablesen kann, was sie da despektierliches über die Besucher raushauen. Es kann aber auch einfach sein, dass ich in die Hand vor dem Mund zu viel hineininterpretiere und sie einen ganz anderen Zweck erfüllt. Der Drill Instructor konnte also weiter walten ohne seinen kleineren Sohn auch nur eines Blickes zu würdigen. Erst als dieser kleine Kerl es wagte, an den Beckenrand zu treten und mehrfach zu rufen „Daddy, Daddy!“, der nicht reagierte und der Bruder zu ihm schwimmen wollte, rief der Vater wütend aus: „Don’t you dare!“ Colin durfte offenbar nicht zu seinem jüngeren Bruder. Der aber rief: „Mir ist aber langweilig! Ich will raus.“ „Du kommst ins Wasser oder du kannst erleben was!“, schimpfte der Vater. Die Bademeisterin stand auf. „Ich will aber lieber Fußball spielen!“, jammerte der Kleine. „Au ja, wir können draußen Fußball spielen, bitte bitte!“, sprang ihm der große Bruder zur Seite. Drill Instructor schluf mit einer Faust ins Wasser, schwang sich mit einer geschickten Bewegung aus dem Becken, war blitzschnell neben dem Zwerg und schrie: „Hier wird überhaupt nicht mehr Fußball gespielt! No way! Du hast nicht mitgemacht bei dem Training! Du kannst überhaupt nicht schwimmen! Das lassen ich nicht zu! Sofort du wirst jetzt gehen zurück ins Wasser und machen deine Training zu Ende!“ Jetzt fingen die Unterlippen des Zwergs an zu beben. Die Bademeisterin kam und hatte wohl all ihr Training der gewaltfreien Kommunikation über Bord geworfen: „Was sind Sie denn bloß für ein Mensch? Dem Kleinen hier ist kalt, er zittert, ist viel zu jung für dieses große Becken und Sie brüllen ihn auch noch an! Ich sag Ihnen jetzt was, wenn Sie jetzt nicht sofort dafür sorgen, dass die beiden Jungs heiß duschen und sich anziehen können, dann rufe ich das Jugendamt an!“ Das ließ sich Drill Instructor aber nicht bieten. Mittlerweile hatten sie die Aufmerksamkeit aller Schwimmbadbesucher auf sich gelenkt. Der Drill Instructor ließ von seinem Jüngsten ab und trat bedrohlich nah an die Bademeisterin heran. Der andere Bademeister war schon aus dem Kabuff herausgetreten. „Vorsicht Lady! Von dir ich muss mir nicht lassen drohen! Wo hast du überhaupt schwimmen gelernt? Wenn ich gegen dich schwimme, dann bist du verloren.“, zischte der Drill Instructor. Er meinte sicherlich, dass sie dann verlieren würde, aber seine falsche Übersetzung verschärfte die Lage trotzdem nicht. „Wollen Sie mir jetzt drohen?“

„Ich will sehen deinen Schwimmschein! Wo du hast gelernt schwimmen.“

„Das tut hier überhaupt nichts zur Sache! Sie vernachlässigen hier Ihre Fürsorgepflicht, wenn Sie in Kauf nehmen, dass einer Ihrer Jungs hier absäuft! Ich bin dafür, dass Sie jetzt ihre Jungs und Ihre Sachen, die hier überhaupt nichts verloren haben, einpacken und verschwinden.“

„Das ist eine öffentliche Bad, ich muss überhaupt nicht verschwinden.“

„Doch, müssen Sie! Ich übe hier das Hausrecht aus und bitte Sie jetzt ganz höflich, zu gehen.“

„Wo steht, dass Sie haben das Hausrecht?“

Der andere Kollege mischte sich ein: „Ich schlage vor, dass wir uns jetzt alle einmal beruhigen. Sie können gerne noch Ihr Training beenden und dann mit den beiden Knaben hier gehen. Bitte bringen Sie doch dem Jungen hier ein Handtuch, der friert ja.“

Der kleine Zwerg hatte schon ganz blaue Lippen und zitterte am ganzen Körper.

„Ich lasse mir von Ihnen nicht sagen, dass ich soll holen ein Handtuch. Was sind Sie denn für ein Verein in dem nicht darf trainiert werden in einem Schwimmbad?“, presste der Vater mit einem überlegenen Blick heraus. Colin war mittlerweile aus dem Wasser gekommen, stellte sich zu seinem Bruder und nahm ihn wärmend in den Arm.

„Gut, Sie wollen es wohl nicht anders.“, seufzte nun der Kollege Bademeister. „Sie verlassen jetzt bitte sofort den Nassbereich. Ab heute haben Sie Hausverbot. Ihr Jungs könnte gerne jederzeit kommen, aber Sie will ich hier in den nächsten Wochen nicht sehen.“

Drill Instructor lief rot an und platzte: “What the fuck! I did not intend to do that either! I do not need your fucking swimming pool! What are you doing here all day? Sitting on your fat ass and prevent people from doing their work out program? What a fucked up city! I do  not need all this shit here! Ich habe verdient besser! Ich werde mich nicht lassen rauswerfen von ihnen.“

„Bitte beruhigen Sie sich.“, sagte der Bademeister mit einer beschwichtigenden Geste.

Jetzt sagte Colin: „Komm Papa, wir gehen.“ Sein Vater rief: „Nein, ich lasse mich nicht werfen out! Ich gehe freiwillig!“ Er stopfte seine Sachen in einen kleinen Beutel und verließ erhobenen Hauptes das Südbad. Colin zuckte entschuldigend mit den Schultern, gab seinem kleinen Bruder einen kleinen Ruck und sie folgten Arm in Arm ihrem durchgeknallten Vater in die Dusche, den man von dort noch fluchen hörte. Diese konnte ich jedoch nicht mehr verstehen, weil da schon der Zeitpunkt gekommen war, an dem das glotzende Beobachten des schwimmenden Publikums auffällig geworden wäre und alle gingen wieder ihrer Bahnenschwimmerei nach. Was war bloß mit diesem Vater los? Ich werde es nie erfahren.

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